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Gedenken

 

Fifi und Mieze in Würde bestatten

06.02.2012 | 19:39 Uhr

 

Am Tierfriedhof in Stoppenberg können Haustiere beerdigt werden. Foto: Oliver Müller

 

Neukirchen-Vluyn.

 

Grüne stellen Antrag für Hauptausschuss Ende des Monats, Verwaltung soll Möglichkeiten für einen Tierfriedhof überprüfen.

 

Es klingt seltsam, hat aber durchaus einen ernsten Hintergrund: Sterben Fifi, Nero oder Mieze nach jahrelanger treuer „Familienzugehörigkeit“, gibt es im Umkreis kein Plätzchen, wo man die vierbeinigen Lieblinge angemessen bestatten kann. Die Grünen wollen hier Abhilfe schaffen. Mit einem Tierfriedhof von einem privaten Betreiber.

 

„Aus der Bevölkerung wird immer wieder der Wunsch an die Fraktion herangetragen, Haustiere nach deren Tod in einer Art und Weise begraben zu können, die den Besitzern als angemessen und würdevoll erscheint.“ Die Vorschriften des Tierkörperbeseitigungsgesetzes eröffneten gerade mit Blick auf Haustiere die Möglichkeit, Tierkörper auf geeigneten und von der zuständigen Behörde hierfür besonders zugelassenen Plätzen zu vergraben. In vielen Kommunen gebe es bereits Tierfriedhöfe, die in der Regel von Privatleuten betrieben würden. Die Grünen stellten jetzt einen entsprechenden Antrag an den Hauptausschuss.

 

Erfahrungen in dem Metier hat Berthold Beyers. Der Kerkener betreibt seit über 15 Jahren einen Tierfriedhof in Oberhausen. „Ich konnte mich nie damit abfinden, meine Tiere nach ihrem Tod in die Verwertung zu geben“, sagt Beyers.

 

Umgesattelt auf Tierbestattung

 

Ausschlaggebend für ihn war der Tod seines Pferdes Sandor vor fast 20 Jahren. Der Reitlehrer recherchierte damals – und sattelte um: Von einem Bauern in Oberhausen pachtete er eine 5000 Quadratmeter große Fläche, auf der sich mittlerweile 400 Gräber befinden. Vögel, Hamster, Hunde und Katzen sind hier beerdigt. Falls gewünscht, hält der 52-Jährige auch eine Grabrede. Wer ein kleines Tier beerdigt, pachtet die Grabstelle für zwei Jahre; bei größeren Tieren ab Münsterländer-Hund sind es wenigstens vier Jahre. Kosten: zwischen 185 und 475 Euro für Beisetzung und Grab. Pferde, die in Deutschland unter die Nutztiere fallen, lässt Beyers in Holland einäschern.

 

Dass immer weniger tote Haustiere in der Abdeckerei landen, weiß auch Dr. Antonius Dicke, Chef des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes im Kreis Wesel. „Die Ethik hat sich sehr geändert.“ Gesetzlich erlaubt sei bei Haustieren das Vergraben im Hausgarten, 50 Zentimeter tief mit gebührendem Abstand zum Nachbarn. Daneben gebe es in Wesel ein Krematorium mit Abhol- und Bringservice, mit oder ohne Urne. Möglich sei auch ein Tierfriedhof. „Im Kreis gibt es aber noch keinen.“ Für die Einrichtung müsse das Gelände geologisch geeignet sein. „Und es dürfen aus ethischen Gründen keine religiösen Symbole verwendet werden.“

 

Auch Hundefreundin Karin Kuhlmann sieht einen Tierfriedhof positiv: „Für viele ist der Hund Familienmitglied, oft der einzige Sozialpartner. Da verstehe ich, dass man sein verstorbenes Tier nicht in die Verwertung schicken will.“

 

Klara Helmes

Thomas Wittenschläger

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